Reiseberichte

Mit dem Tuktuk durch Lissabon

Porto! Eine Art Luxusmarina empfängt uns, wir werden in der Hafeneinfahrt freundlich begrüßt und mit dem Speedboot in die Marina geleitet. Eine Notwendigkeit, da durch die starken Regenfälle der letzten Wochen und Monate die Einfahrt versandet und teilweise sehr seicht ist. Olaf wird mit dem Speedy zur Rezeption chauffiert, um uns einzuchecken.

Uns wird frisches Brot für das Frühstück versprochen, dass tatsächlich am nächsten Morgen auf unserem Deck warm und frisch aus dem Ofen auf uns wartete.

 
Der Duoro - an dessen Ufer das berühmte Porto liegt
 
Ihr kennt bestimmt „Sandeman“ – eine Marke, die man auch bei uns in sämtlichen Bars und Restaurants sieht. Ja, Portwein wird hier großgeschrieben und ist DER Exportschlager. Auf dem wunderschönen Rio Duoro, der vom Meer zur City führt gibt es eigene Bootstouren mit Fässern davon darauf, wo man in schönem Ambiente zwischen den Hügeln mit seinen mächtigen Bauten den Portwein verkosten kann. 
 
 















Wir Essen in dem kleinen Fischerort nahe der Marina. Hier bringen die Fischer den Tagesfang und es wirkt als wären die Wohnzimmer der Einheimischen zu einem Restaurant umgebaut worden, die Küche mit dem Griller befindet sich auf der Straße vor dem Lokal. Man kann den Fisch, Oktopus und die Garnelen aussuchen, dann werden sie auf den Grill geworfen und über Holzkohle mit Meersalzflocken bestreut gegrillt. Dazu noch Erdäpfel und Salat – sehr lecker! 
 
 
 
Nach dem reichlichen Mahl zieht es uns entlang des Rio Duoro in die Altstadt. Eine tolle Steganlage führt die Promenade entlang, immer wieder kleine Bänke zum ausrasten. Für die Fischer gibt es eigens Vertiefungen im Steg, damit sie ihre Angeln fixieren können. Der Fluss hat fünf bis sechs Knoten Strom und ist ein Gezeitenfluss, was es natürlich spannend macht, da einerseits Meerwasser mit Süßwasser gemischt Brackwasser ergibt, dessen Farben im Sonnenlicht in allen erdenklichen Facetten leuchtet und andererseits der Strom ins Meer hinaus den Fluss sehr niedrig macht.
Es geht über eine riesige Brücke und hinauf, steil und hoch, Stufen ohne Ende, bis wir in der Altstadt ankommen. Toll, die Aussicht über die Promenaden Cafés. Wahnsinns Gebäude, ein Mix aus Lifestyle, Jugend und Geschichte. Die Bahnhofshalle ist wie viele Hausfassaden hier innen mit unzähligen Fliesen ausgelegt, die Wände sind voll mit bemalten Fliesen, auf denen eindrucksvolle Bilder zu sehen sind. Ein Eis muss sein, immerhin ist es hier ja auch schon spät abends sehr angenehm warm!
Der nächste Tag vergeht wie im Flug bei Leichtwind auf See. Die Sonne ist schon ganz schön stark und die Sonnencreme wird in regelmäßigen Abständen herum gereicht.



Teamwork beim Segelsetzen :-)


Am frühen Abend kochen wir gemeinsam ein Risotto, als unsere Freunde bemerken, dass die Pantry nicht für jeden Magen bei Welle der beste Aufenthaltsort ist. An Deck bekommen sie aber auch gleich wieder Hunger und gestärkt geht es in die Ansteuerung auf Nazaré. Sicher im Hafen angekommen, sehen wir die Fischer ihre Boote für die nächtliche Ausfahrt vorbereiten. Unzählige Möwen drehen hungrig ihre Kreise über den Booten. Neben Hollanders Rumpf tummeln sich richtig große Fische, hier scheint es noch genügend davon zu geben. Wir erfahren auch bald warum das hier so ist: Europas tiefster Canyon befindet sich vor der Bucht, 600 Meter tiefes Wasser geht dann bald zu nur noch 200 Meter und in der Bucht 20 Meter über. Hier wurde auch ein anderer beachtlicher Rekord erzielt, es wurde hier die höchste Welle, die jemals von einem Menschen gesurft wurde, bezwungen. 30 Meter hoch, wie ein sechsstöckiges Gebäude. Auch an dieser immensen Wellenbildung ist der Deep Water Canyon vor der Haustüre schuld.
Der nächste Stopp ist Cascais. Wir liegen in einer absolut netten Marina, nur 30 Zugminuten von Lissabon entfernt. Die schön verlegten Pflastersteine formen Wellen, Muster, in schwarz und weiß. Die Arbeiter verlegen sie mit der Hand und schlagen sie vor Ort in die nötigen Formen, um das Muster bestmöglich wieder zu geben. Toll. Palmen säumen die Promenade, ein kleines Schloss thront am Hügel. Der Sendemast sieht aus wie ein Schiffsmast, ist auch mit Saling und Wanten abgespannt. Ein sehr stimmiges Ortsbild. Und ein toller kleiner Sandstrand ist auch nahe der Zugstation.
Aja, die Zugstation. Wir fahren nach Lissabon! Aber davor haben wir noch eine Hürde zu meistern… Das mit den Tickets haben wir nämlich ein wenig verbockt. Wir haben es geschafft, auf ein Ticket acht Fahrten (vier Personen hin und retour) zu buchen. Der Schranken lässt aber nur eine Person pro Ticket durch, damit man auf den Bahnsteig kommt. Geld gibt es keins mehr zurück, also heißt es improvisieren. Bald finden sich zwei absolut motivierte portugiesische Jungs, die sich unserem Problem annehmen und ihr Ticket durch den Zaun reichen, um uns durch das Fahrradgate zu schmuggeln. Deren Rad geben sie flink über die Mauer hinüber und schon sind wir drin. Im Zug müssen wir dem Schaffner noch einmal unser Dilemma erklären, der zwinkert uns aber nur freundlich zu, schüttelt den Kopf, brabbelt etwas von typisch Touristen und macht uns darauf aufmerksam, dass wir aber für die Rückfahrt einen besseren Plan haben sollten…
 
Die Ponte de 25. Abril - die zweitlängste Hängebrücke der Welt führt über den Tejo
 
 














Als wir zum Entdeckerdenkmal an der Promenade spazieren findet neben uns eine Regatta statt, spannend, wie sich unzählige Segelschiffe zur Brücke des 25. April duellieren und mit flinken Wenden aneinander vorbei navigieren. Es ist schon ziemlich heiß hier und wir beschließen, mit dem Bus weiter ins nächste Stadtviertel zu fahren. 
 
 
Dort wandern wir den Hügel hinauf zum Castello und werden mit einer schönen Aussicht belohnt. Die wiederum belohnen wir mit Tapas und einer Sangria. Heute ist mal Urlaub. Das genießen wir nach den vielen Tagen des ständigen Aufbruchs auch einmal. Entzückt davon, dass Lissabon anscheinend die Stadt der Tuktuks ist, beschließen wir, uns zu viert auch ein Tuktuk zu gönnen und schon sitzen wir in einem dieser lustigen Gefährte, die bei uns eher unter Ape bekannt sind. Die Fahrerin ist heiter und hupt verständnisvoll zu unseren lauten und herzhaften Spaßlachern. Es geht steil bergab, schnittig und eng an anderen Autos und den zahlreichen Straßenbahnen vorbei. Die Kurven eng und der Verkehr viel, doch mit beachtlicher Geschwindigkeit wird jede kleine Lücke erkannt, durch die es kurzerhand hindurch geht und auch manchmal bei leuchtendem Kirschrot auf der Ampel weiter… Der gelbe Luftballon neben der Fahrerin hüpft heiter auf und ab und wir haben jede Menge Spaß bei unserem kurzen aber herrlichen Tuktuk-Trip. So viel Aufregung verbrennt Kalorien, also ab in die nächste gut duftende Bäckerei und eine der vielen Portugiesischen Blätterteig Leckereien besorgen. 
 
 
Yihaaa
Tuktuk fahren ist sehr lustig :-)

















Bei der Bahnfahrt zurück nach Cascais fallen uns allen die Augen zu und wir fallen an Bord bald müde ins Bett.
Wie schnell doch die Tage verfliegen… Patric und Sana verabschieden sich wieder von uns. Wir nützen den nächsten Hafentag für Arbeiten an Bord. Die Fenderleinen gehören erneuert, Messing poliert, geputzt, gesaugt und Wäsche gewaschen. Ja Hafentage sind eben Hundstage. Ich freu mich schon wieder aufs Ablegen, auch wenn das Ambiente hier wunderschön ist. 


Das Team

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Olaf Weiß

meerflair Gründer
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Doris Schmid

meerflair Gründerin

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