Reiseberichte

Der Nord-Ostsee Kanal

Vor uns liegt nun der knapp 50 Seemeilen lange Nord-Ostsee Kanal. Unser Blutdruck steigt, als wir mit den großen Frachtern in die Schleuse Kiel Holtenau einfahren. Alles läuft dann ganz unkompliziert ab, wir vertäuen uns am Schwimmsteg und klettern die steile Leiter zum Bezahlen der Schleuse hoch. Die Stimmung ist gut und wir fangen mit zwei anderen Seglern ganz nett zu plaudern an - so ein Erlebnis verbindet dann doch schnell :) Nach nur rund 30 Minuten verlassen wir die Schleuse und motoren gemütlich durch den NOK - wie er hier genannt wird - den Nord-Ostsee-Kanal. 
 
Go-On in der Scheuse Kiel-Holtenau
Vor uns ein riesiges Containerschiff, immer wieder passieren uns entgegenkommende andere Frachter, der Schraubensog dieser Riesen ist nicht außer Acht zu lassen, denn einerseits ziehen sie das Wasser neben uns weg, sodass das Ufer näher und seichter wirkt und andererseits auch unser Boot näher zu sich. Aber auch das war kein Problem, ein bisschen gegensteuern und alles ging sich super aus. Nach den Pötten kam die Welle, doch Go-On liegt wie wir schon von unserem Folkeboot WIKI kennen mit seinem Langkiel ganz kursstabil in der Welle und gleitet sanft hindurch. Links und rechts von uns schwimmen immer wieder Babyenten und Schwäne, auf den Feldern blüht leuchtend gelb der Raps. 
 
Beeindruckend wenn die großen Pötte vorbeiziehen
 
 
Gut, dass er vorbei ist :-)
Der Kanal ist schon sehr schön! Aber um diese Jahreszeit noch recht frisch, wir haben die Eisheiligen voll erwischt und so motoren wir warm in unser Ölzeug gepackt bis in die Abendstunden, als wir in Rendsburg ankommen. Hier werden wir von der Hafenmeisterin freundlich empfangen und sogar nach den Brötchen gefragt, die wir zum Frühstück frisch geliefert bekommen. Der Ort verzaubert mit seinem mittelalterlichem Flair, die Backsteinbauten und schönen Plätze, die Torbogen und Fensterläden - man kann deutlich erkennen, dass viele Einflüsse auch von der dänischen Seite kommen. 
 
Nach einem Spaziergang am Vormittag um zu Tanken und unsere Lebensmittelvorräte aufzustocken, ging es auch schon wieder weiter durch den Kanal. 
 
Benzin gibt es hier nur bei Auto-Tankstellen, also für uns immer eine kleine Reise!
Leinen los in Rendsburg :-)
Nächstes Ziel: Brunsbüttel! Heute hatten wir Glück und die Sonne war gnädiger und schickte uns ein paar wärmende Strahlen. Hier angekommen durften wir uns vor der Schleuse im Hafen an unsere lieben Segler, die wir in der Schleuse kennen gelernt hatten aufs Paket legen, denn so wurde uns auch ein Stromanschluss ermöglicht und der Heizlüfter ist in den Nächten in diesen Breiten unser bester Freund. Nun sitzen wir bei einem Alsterwasser und beobachten die Giganten, wie sie durch die Schleuse kommen, dann wird es einfach nur finster und man fühlt sich wie ein Zwerg, der neben einem Hochhaus steht ;) 
Morgen wollen wir bei Hochwasser schleusen, damit wir den Strom Richtung Cuxhaven nutzen können. 
 
Go-On im Schleusenhafen von Brunsbüttel
 
 

Das Team

Sample image

Olaf Weiß

meerflair Gründer
Sample image

Doris Schmid

meerflair Gründerin

Newsletter Anmeldung