Gibraltar – die südlichste Spitze Europas

Die Tres Hombres vor Cascais

Wir kommen im goldenen Licht des Sonnenuntergangs an und checken in der Marina ein. Der sehr freundliche und perfekt englisch sprechende Hafenmeister erklärt uns, dass wir hier beim Zoll auschecken müssen, wenn wir Portugal hier verlassen und als nächsten Hafen Gibraltar, das zu England gehört und nicht bei Schengen ist, anlaufen möchten. Nur wenige Minuten später kommt ein verschlafener Zollbeamter aus seinem Büro und erklärt uns, dass wir morgen wieder kommen sollen, wenn seine Kollegen da sind. Ab acht wäre gut, denn dann ist Schichtwechsel. Wir lächeln ihm verständnisvoll zu und kommen am nächsten Morgen zu seinen Kollegen wieder. Noch ein kurzer Spaziergang hinauf in den Ortskern zum Spar, frischen Salat und Brot besorgen, die Aussicht auf den Strand und die Marina mit Hollander von den Mauern der Burg aus genießen und wieder ab zum Schiff, weiter geht’s!

 
 
Blick vom Castello auf Hollander :-)
Noch ein kleiner Spaziergang bevor es weiter geht
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wir dürfen uns nicht zu lange Zeit lassen, denn bald kommt ein Tief, das viel Wind und schlechtes Wetter vorhersagt. Dann wollen wir schon durch die Straße von Gibraltar sein und den Atlantik verlassen haben.
Nach einem Tag und einer Nacht mit besonders hoher Welle und kaum Wind beschließen wir, müde in Lagos einen Zwischenstopp für ein paar Stunden einzulegen. Also motoren wir die enge Einfahrt hinein zum Hafen, wo wir am Reception-Pontoon für einige Stunden festmachten und nur einen Short Stay, für zwei Stunden Schlaf und ein Frühstück – auch für Hollander, denn das viele motoren hat den Dieseltank nahezu geleert – zu verharren. Mit neuer Kraft und vollem Tank ging es dann wieder weiter. Diesmal mit Segel und Motor. Wir konnten mit dem Motor das Schiff in der Welle gut stabilisieren und mit den Segeln dazu knappe acht Knoten Fahrt machen. Das brauchten wir auch, um bei Tageslicht in Gibraltar zu sein.
Gibraltar ist der südlichste Punkt vom europäischen Festland und nur acht Seemeilen entfernt von Afrika. Der Blick in die Seekarte hat uns schon vorab neugierig auf diesen Stopp gemacht, denn ein großes Feld mit dem Titel „Whale Watch“ befindet sich mitten in der Straße von Gibraltar. In den angefügten Informationen steht dann noch weiter, dass man die Geschwindigkeit reduzieren und gut Ausschau halten soll, um Kollisionen mit Walen zu vermeiden. In mir regt sich einerseits die Freude, die sagt, juhuuu, wir werden wieder Wale sehen und andererseits die Anspannung, die meint, hui, Kollisionen mit Walen dürften hier wohl häufiger vorkommen. Das sollten wir lieber tunlichst vermeiden. Den Walen und uns zuliebe.
Tarifa recht voraus -  von hier aus sind es nur mehr wenige Meilen bis Gibraltar
 
 
 
Als wir dann noch die Marina auswählen, um telefonisch einen Platz zu reservieren, da hier immer viel los zu sein scheint, wird es noch skurriler. Wenn man einen Mast höher als zehn Meter hat (Hollanders Masten sind deutlich über 20m hoch), muss man vorher anfunken. Warum? Ja weil eine Fluglandebahn neben der Marina ist und es vielleicht knapp werden könnte, wenn ein Flieger landet! Direkt neben der Marina war dann auch diese Fluglandebahn und wir fuhren die roten Bojen entlang, die das befahrbare Wasser von den landenden Flugzeugen trennte. Ein mutiger Delfin folgte uns ein kurzes Stück aber doch schon sehr weit innen im Hafenbecken. Wale haben wir keine gesichtet.
Unser Liegeplatz war beeindruckender Weise auch 50 Meter neben dem kleinen Flughafen, auf dem selten aber doch Flugzeuge von zum Beispiel Easyjet und Monarch landeten. Wir waren im Ocean Village angekommen, so nannten sie diesen Marinabereich und die dazu gehörigen vielen Bars, Restaurants und Hotelburgen umher. Man könnte diese Meile auch als Ballermann der Engländer bezeichnen. Wir spazieren die Promenade entlang, auf der Suche nach einem netten Lokal. Zwischen lauter Musik, betrunkenen Engländern und unzähligen Hunden. Hat hier denn echt jeder einen Hund? Naja, der Sprit ist hier günstig, für Boote sogar steuerfrei und so finden sich neben den Landratten auch unzählige Motoryacht-Besitzer, die mit spärlich bekleideten Damen die Nacht hier zum Tag werden lassen. Eine eigenartige Stimmung hier, wie wir finden und so beschließen wir, ein ruhiges Lokal auszuwählen und bald schlafen zu gehen.
Wir runden am nächsten Tag „The Rock“, den berühmten Felsen von Gibraltar und halten weiter Ausschau nach Walen und Delfinen. 
 
Der berühmte felsen von Gibralter -  wir sind im Mittelmeer angekommen!
Yihaaaa we will enjoy :-)

Das Team

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Olaf Weiß

meerflair Gründer
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Doris Schmid

meerflair Gründerin

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