TL;DR

  • Seekarten sind die Basis der terrestrischen Navigation im FB2
  • Maßstab, Tiefen, Symbole, Kompassrose: Pflichtwissen für die Prüfung
  • Kursumwandlungen & Kreuzpeilungen gehören zum Standardrepertoire
  • Papierkarte bleibt essenziell – trotz Plotter & App
  • Gute Kartenarbeit bedeutet Sicherheit für Crew & Schiff

Die Seekarte – Fundament der FB2-Navigation

 

Im FB2, dem Fahrtenbereich bis 20 Seemeilen vor der Küste, ist die sichere Arbeit mit der Seekarte unverzichtbar.
Sie zeigt dir:

  • Tiefen & Untiefen
  • Tonnen & Fahrwasser
  • Leuchtfeuer & Sektoren
  • Landmarken & Gefahrenstellen

Die Seekarte ist unabhängig von Strom und Software – und damit immer verlässlich. Genau das macht sie zur Basis jeder Segelausbildung.

Tiefen, Untiefen & Küstenformen richtig lesen

tiefenlinien

Das Erkennen von flachen Bereichen und Untiefen ist entscheidend, besonders in der Adria.
Du lernst:

  • Tiefenangaben (in Metern) sicher zu interpretieren
  • Schattierungen & Tiefenlinien zu nutzen
  • Gefahrenstellen richtig zu identifizieren

Gerade bei der Ansteuerung von Buchten oder Häfen ist dieses Wissen Gold wert.

Seekartensymbole & Leuchtfeuer – die Sprache der Karte

symbole

Die weltweit einheitlichen Symbole nach INT-1 bilden die Grundlage jeder Navigationsausbildung – und natürlich auch der FB2-Prüfung.

Du erkennst u. a.:

  • Lichtcharakteristiken (Fl(3)10s8M)
  • Sektorenfeuer
  • Tonnen & Kardinalzeichen
  • Wracks & Felsen
  • Sperrgebiete

Wer die Karte lesen kann, navigiert sicherer.

Kursarbeit mit Seekarte, Zirkel & Kursdreieck

In der FB2-Ausbildung arbeitest du intensiv mit Kursdreieck, Navigationstriangle, Zirkel und Peilkompass. Dabei lernst du, Kurslinien präzise in die Seekarte einzutragen und sicher zwischen rechtweisendem, missweisendem und kompassweisendem Kurs zu unterscheiden. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist auch das Korrigieren von Abdrift durch Wind sowie das Berücksichtigen von Strömung, um realistische und sichere Kurse zu planen.

Mit zunehmender Übung entwickelst du ein Gefühl dafür, wie ein sauber gezeichneter Kurs aussieht, wie sich Winkel korrekt ablesen lassen und worauf du beim Eintragen achten musst. Diese Grundlagen sind nicht nur prüfungsrelevant, sondern bilden die Basis für souveräne Navigation auf See – besonders dann, wenn elektronische Systeme einmal ausfallen oder bewusst ausgeschaltet werden.

 

Kreuzpeilung – Standortbestimmung wie die Profis

Bei der Kreuzpeilung bestimmst du deinen Standort über zwei Peilungen – eine der zentralsten Techniken des FB2.

Wichtig dabei:

  • Peilstriche korrekt eintragen
  • richtige Seite der Standlinie beachten
  • Position exakt markieren

Mit etwas Übung wird das schnell zur Routine.

Entfernungen, ETA & Stromversatz

Mit dem Zirkel misst du Entfernungen an der Breitenskala – denn eine Bogenminute entspricht exakt 1 Seemeile.

Für den FB2 brauchst du:

  • Distanz → Zeit → ETA
  • Geschwindigkeit über Grund (VG)
  • Windversatz
  • Stromdreieck

Damit planst du realistische Kurse und Ankunftszeiten.

Elektronische Navigation – hilfreich, aber nie Ersatz

Moderne Navigationstools wie Plotter, Tablets und Navionics sind fantastische Helfer an Bord. Sie machen das Planen von Kursen bequem, bieten schnelle Übersicht und begleiten dich zuverlässig durch enge Passagen oder lange Schläge.

Doch trotz aller Technik bleibt die klassische Navigation der Anker deiner Sicherheit. Elektronik kann ausfallen, ungenau werden oder einfach den Dienst verweigern – die Papierseekarte dagegen funktioniert immer. Sie schärft dein Verständnis für das Revier und stärkt dein Gefühl für Position, Kurs und Umgebung. Genau diese Kombination aus Technik und traditionellem Wissen macht einen souveränen Skipper aus.

Warum die Seekarte trotzdem unverzichtbar bleibt:

  • Sie funktioniert unabhängig von Strom und Software.
  • Sie ist ideal zur Fehlerkontrolle elektronischer Systeme.
  • Sie bleibt nutzbar, wenn GPS ausfällt oder gestört ist.
  • Sie ist Grundlage der FB2-Prüfung und guter Seemannschaft.

Elektronik ist eine wertvolle Unterstützung – aber die Seekarte bleibt dein sicherer Kompass auf See.

Fazit

Die Seekarte ist weit mehr als ein Navigationsinstrument – sie ist ein Stück Seemannschaft.
Wer sie beherrscht, navigiert sicherer, entspannter und unabhängiger.
In unserem FB2 Kurs vermitteln wir genau dieses Know-how: praxisnah, verständlich und direkt am Meer.